Andacht am Sonntag Estomihi, 15. Februar 2026

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Andacht am Sonntag Estomihi, 15. Februar 2026

14.02.2026

von Prädikantin Katrin Hutzschenreuter

Liebe Leser und Leserinnen!

Am kommenden Mittwoch beginnt die Fastenzeit. Man kann auch Passionszeit sagen.

Der Mittwoch heißt Aschermittwoch. In den katholischen Gemeinden ist es üblich, die Palmenzweige aus dem Vorjahr zu verbrennen. Mit dieser Asche bekommen die Menschen, die im Gottesdienst sind, ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet. Asche wurde früher genutzt, um zum Beispiel eine Lauge herzustellen, mit der Wäsche gereinigt wurde. Das Aschekreuz auf der Stirn soll helfen, sich daran zu erinnern, dass das Leben vergänglich ist. Dieser Tag soll daran erinnern, dass man sich reinigen muss. Nicht nur den Körper, sondern auch die Seele.

Dazu hilft die Fastenzeit. Diese Idee kennen alle Weltreligionen – eine Zeit lang zu verzichten. Auf Essen, aber auch auf Dinge und Gewohnheiten, Liebgewordenes und scheinbar Selbstverständliches.

Im Christentum wird während der Passionszeit gefastet, die 40 Tage dauert, bis zum Ostersonntag. In dieser Zeit erinnern wir uns an die Geschehnisse in den letzten Tagen und Wochen im Leben von Jesus Christus. Auch Jesus hat gefastet und sich dazu in die Wüste zurückgezogen.

Viele Menschen entdecken das Fasten neu für sich.

Es ist ein Ritual der Gerechtigkeit, weil es uns daran erinnert, dass es nicht selbstverständlich ist, dass wir satt werden. Manche verzichten auf Fleisch oder Süßigkeiten, auf Kaffee oder Alkohol. Andere sehen weniger fern, lesen jeden Tag einen Psalm oder schreiben täglich eine Postkarte an Menschen, die vielleicht allein sind.

Im Buch des Propheten Jesaja heißt es: „Ist nicht dies ein Fasten, wie es mir gefällt: Geht es nicht darum? Mit Hungrigen dein Brot teilen...“(Jesaja 58, 6und7)

Fasten ist eine Gelegenheit, uns zu prüfen, auch eine Gelegenheit, Abhängigkeiten aufzudecken. Wir fragen, wer und was uns beherrscht.

In der christlichen Passionszeit wird in Erinnerung an Jesus gefastet. Während er leidet, wird nicht gefeiert. Wer verzichtet, wer sieben Wochen anders lebt, denkt sich in seine Nähe. Fasten ist Vorbereitung und Reinigung.

Brich dem Hungrigen dein Brot. Erkenne, was dem anderen fehlt. Begegne dem anderen aufmerksam und liebevoll. Dann wird der Vorgeschmack auf das Reich Gottes wie die Morgenröte hervorbrechen.

Amen.

Gebet für den Sonntag vor der Passionszeit

Wir gehen die Wege unseres Lebens, manchmal geradeaus auf ein Ziel zu, häufiger unsicher wie im Nebel. Wir gehen Schritt für Schritt, doch die Zeit eilt an uns vorbei. Menschen begleiten uns für ein Stück, dann verlieren wir sie aus den Augen.

Wir bitten dich, guter Gott, sei uns Begleiter und Wegweiser. Geh uns voran und führe uns, sei an unserer Seite und stärke uns, richte unsere Füße auf Frieden hin, lenke uns durch dein Gebot der Liebe.

Wir bitten dich für alle Menschen, die ohne Orte und Ruhe sind, die hetzen und nicht wissen, wohin, dass sie Orientierung finden, einen Kompass für ihre Seele.

Wir bitten dich für die Jungen, die sich sorgen um die Zukunft ihres Lebens und dieser Welt, dass sie finden, was sie erfüllt, gute Aufgaben, Chancen, Aussichten.

Wir bitten dich für die Heimatlosen, denen der Boden unter den Füßen genommen wurde und das Dach über ihrem Kopf, dass sie eine Heimstatt finden und Menschen, die sie anschauen und anhören.

Wir bitten dich für alle, deren Weg an ein Ende kommt, deren Schritte gezählt sind mit einer kleinen Zahl, dass sie gewiss werden, in deiner Hand zu sein. Wir bitten dich für sie, und wir bitten dich für uns.

Du bist für uns Anfang und Ziel, Weg und Horizont, Richtung und Bahn, Aussicht und Licht. 

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.

Segen

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Es grüßt Sie herzlich
Katrin Hutzschenreuter, Prädikantin

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