Andacht für Juli 2024

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Andacht für Juli 2024

01.07.2024

von Superintendentin Hiltrud Anacker

Liebe Leser und Leserinnen!

Für den Monat Juli erhalten Sie als Andacht Gedanken von Pfarrer Michael Becker, der für den Verlag Bergmoser und Höller Predigtmeditationen herausgibt. Ich finde, er ist am alltäglichen Leben dicht dran.

Biblischer Text: Monatsspruch für Juli
Du sollst dich nicht der Mehrheit anschließen, wenn sie im Unrecht ist.
2. Buch Mose 23,2 (Einheitsübersetzung)

1. Das Volk Israel ist auf der Wanderung durch die Wüste, als dieser Satz zum ersten Mal er-klingt. Wenn man es genau bedenkt, sind wir also etwa im Jahr 1.000 vor Jesus. Wobei das Wort „Wanderung“ für die Jahre in der Wüste eher etwas schöngeredet ist. Die Jahre oder Jahrzehnte von Ägypten nach Israel waren eine einzige Strapaze, äußerlich und innerlich. Schon beim ersten längeren Aufenthalt erleben sie, wie Mose vom Berg Sinai zurückkehrt mit den Zehn Geboten. Gott schließt einen einzigartigen Bund mit dem Volk – einen Bund der Liebe und des Schutzes. Dieser Bund ist aber nicht einseitig. Die Liebe Gottes beinhaltet eine große Bitte: Beugt niemals das Recht.

2. Liebe ist zwar immer bedingungslos – in diesem Fall setzt Gott auch keine Bedingung, son-dern benennt einfach eine Selbstverständlichkeit. Wenn das Leben in einer Gemeinschaft gelin-gen soll, dann bedarf es unbedingten Rechts. Und selbst eine Mehrheit, auch eine große, kann Unrecht haben. Wenn also das gemeinschaftliche Leben gelingen soll, muss es eine klare Regel geben: Das Recht muss herrschen und muss auch gegen Mehrheiten durchgesetzt werden kön-nen. Gott ist der Gott des Rechts. Darum tun wir das Rechte.

3. Eine christliche Gemeinde oder Gemeinschaft kann nicht für staatliches Recht sorgen. Das zu denken wäre vermessen. Aber unter uns und dann auch da, wo wir im staatlichen Leben han-deln, können wir gerecht sein und das Rechte tun. Das müssen wir unserem Glauben und uns selber sozusagen schuldig sein. Es kann nicht sein, dass wir das Recht für uns beanspruchen und selber nicht recht handeln. Wir sind nicht zwiegespalten. Zwar ist nicht immer auf Anhieb klar, was das Rechte ist – das darf aber keine Entschuldigung sein, das Rechte nicht zu suchen und für es einzutreten. Unser Gott ist ein Gott des Rechts, darum suchen wir Gerechtigkeit gegen-über jedem anderen Menschen, vor allem gegenüber denjenigen, die sonst niemand unter-stützt; ihnen verschaffen wir Recht. Wo Menschen gerecht handeln, sind sie an Gottes statt. Er liebt die Gerechtigkeit. Amen.
Michael Becker

Gebet
Lasst uns beten für alle, die schwer krank sind
und sich über jeden Augenblick Leben freuen.
Nimm du dich ihrer an.

Lasst uns beten für alle, die Verantwortung tragen
und entscheiden müssen:
Soll ich handeln oder besser warten?
Nimm du dich ihrer an.

Lasst uns beten für alle, die sich aufreiben im Beruf
oder in der Sorge für andere.
Nimm du dich ihrer an.

Lasst uns beten für alle, die immer die Ersten sein wollen,
und für alle, die fürchten, immer die Letzten zu sein.
Nimm du dich ihrer an.

Lasst uns beten für alle, die sich streiten,
auch für die, die sich nach Ruhe sehnen,
für alle, die sich nach Frieden sehnen.
Nimm du dich ihrer an.

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.

Segen
Der Herr segne dich und behüte dich,
der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig,
der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.
Amen.

Herzlich grüßt Sie
Superintendentin Hiltrud Anacker

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