Andacht zu Christi Himmelfahrt, 9. Mai 2024

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Andacht zu Christi Himmelfahrt, 9. Mai 2024

09.05.2024

von Prof. Dr. Karl-Hermann Kandler

Liebe Schwestern und Brüder!

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. (Johannes 12, 32)

Jesus weiß schon lange, was nach seiner Auferstehung zu Ostern mit ihm geschehen wird. Denn das ist seine Bestimmung von Anfang an: Er soll alle nach sich zie-hen. Mit seinem ganzen Lebensweg geschieht nichts anderes, als dass er sein Hei-landswerk erfüllt: Mit seiner Geburt als Menschensohn, als Gottessohn in menschlicher Gestalt, mit seinem Leben auf Erden, in dem er sich immer wieder durch seine Predigten und Heilungen als Heiland erweist, mit seinem Tod am Kreuz und mit seiner Auferstehung tut er nichts anderes als das Werk, dass ihm der Vater aufgetragen hat, nämlich den Menschen das Reich Gottes zu eröffnen. Daran sind wir Menschen mit beteiligt. An anderer Stelle (Johannes 8, 28) sagt Jesus: „Wenn ihr mich erhöhen werdet...“ Damit ist sein Kreuzestod gemeint. Als sie am Karfreitag zu Pilatus schreien, als er sie fragt, was er denn mit Jesus tun soll: Kreuzige ihn! Ihn, der nichts anderes getan hat, als den Menschen zu helfen und ihnen das Reich Gottes nahe zu bringen, wollen sie ihn erhöhen, nämlich ein paar Zentimeter über der Erde. Diese Erhöhung ist die Voraussetzung der Erhöhung mit der Himmelfahrt des Gekreuzigten und Auferstanden. Nun wird er alle zu sich ziehen und damit sein Heilandswerk vollenden. Er wird sie in das Reich Gottes führen und ihnen das ewige Leben bei Gott schenken. Das ist Himmelfahrt für uns.
Wollen wir das aber auch? Wie viele lehnen Christi Heilandswerk ab, spotten über seine Himmelfahrt, machen den Gedenktag zum Männertag, an dem viele Män-ner vor allem viel Bier trinken und sich von niemandem bestimmen lassen wollen, auch nicht von der Ehefrau und überhaupt von der Familie. Das ist heute ihr Tag und da ziehen sie auf Pferdewagen durch die Landschaft, saufen aus der Flasche und grölen ihre „Freiheit“ hinaus. Welcher Missbrauch dieses Tages!
Wir aber dürfen uns darauf freuen, dass er uns zu sich ziehen wird. Niemand kann ihm das verwehren, auch der Tod nicht. So ist nicht der Tod das Allerletzte, son-dern unsere Himmelfahrt zu ihm. Darauf können wir uns freuen.

Lasst uns beten:
Herr, unser Gott!
Wir danken Dir, dass Dein Sohn, unser Herrn Jesus Christus, das ihm von Dir aufgetragene Heilandswerk nun vollendet hat. Du hast Ihn zu Dir gezogen und willst auch uns zu Dir ziehen und in Deinem Reich haben. Du willst niemanden verderben, sondern alle retten.
Wir bitten Dich für Deine Kirche. Hilf, dass durch ihr Wirken viele Menschen ge-rettet werden zu ewigen Leben, dass viele durch Christus in das Reich Gottes geführt werden.
Wir bitten dich um den Frieden in der Welt. Lass doch endlich die Waffen in der Ukraine, im Nahen Osten und im Jemen schweigen. Wir bitten Dich, dass Ver-handlungen schließlich Erfolg haben und zu einem gerechten Frieden führen.
Wir bitten dich um Weisheit für alle, die uns regieren. Lass die Probleme dieser Welt im Frieden gelöst werden.
Wir bitten dich für unsere Lieben, auch für die Kranken und für alle, die Not lei-den. Steh Du ihnen bei.
Gemeinsam beten wir:
Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wil-le geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Es segne uns behüte euch der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilge Geist.

Es wünscht Ihnen einen gesegneten Tag
Prof. Dr. Karl-Hermann Kandler

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