Andacht zum Epiphaniastag 2024

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Andacht zum Epiphaniastag 2024

06.01.2024

von Prof. Dr. Karl-Hermann Kandler zu Matthäus 2, 1 - 2. 9b - 11

Liebe Schwestern und Brüder!
Da Jesus geboren war zu Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihn anzubeten. … Siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut und gingen in das Haus und sahen das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten im Gold, Weihrauch und Myrrhe. ... (Matthäus 2, 1-2. 9b-11.)

Die Geschichte von den Weisen aus dem Morgenland gehört zur Weihnachtsgeschichte ebenso wie die von der Geburt Jesu und die Anbetung der Hirten. Beide Male schickt Gott ihnen eine Botschaft, einmal durch den Engel, das andere Mal durch einen Stern am Himmel. Das zeigt, Gottes Heilsbotschaft gilt allen Menschen, einfachen Leuten aus dem Volk ebenso wie Menschen aus anderen Ländern, sie gilt weltweit. Nichts Glanzvolles wird erzählt, nichts von einem Palast oder von einer glanzvollen Ausstattung. Nein, er liegt in einer Krippe. Weder Hirten noch die Weisen stoßen sich daran. Sie erkennen vielmehr, dass das Kindlein der versprochene Messias ist, der König über alle Könige, der künftige König der Welt.
Die Weisen, waren es Priester ihrer Völker oder waren es Philosophen, das sei dahingestellt, müssen erkennen, Gott hat jemanden in die Welt geschickt, der größer, mächtiger ist als ihre jeweiligen Götter und klüger als alles Wissen der Menschen. Es ist Gottes Sache, wen er ruft, wem er die Rettung ankündigt. Nicht wir können uns auswählen, woran wir zu glauben haben. Nicht „jeder nach seiner Fasson“, nicht jeder, wie er es gerade gut für sich hält. Gottes Heilsbotschaft gilt allen Menschen weltweit. Ja, es ist die Zeitenwende. Das durch die Propheten angekündigte und von den Engeln und dem Stern verkündigte Heil ist eingetreten.
Wenn Nichtchristen zum Glauben geführt werden, dann bedeutet das nicht, man trifft sich irgendwo in der Mitte, sondern es bedeutet wirklich einen Wechsel, eine Absage an das, was man bisher geglaubt hat. Das Kommen Gottes in die Welt in seinem Sohn ist die Entmachtung der Götter, nicht nur der von Menschen gemachten hölzernen oder steinernen Götzenbilder, sondern auch all der modernen Götter wie Geld, Vernunft, aber auch jeder Personenkult. Die Weisen beugen sich vor dem, dem alle Macht gegeben ist – im Himmel und auf Erden. Wer sich wie sie vor dem Kind in der Krippe, vor dem Gekreuzigten und Auferstandenen beugt und ihn anbetet, der ist befreit von allem, was vergänglich oder gar böse ist, ihm ist Schuld vergeben, er gehört in das Reich dieses Königs aller Könige. Als Getaufte gilt das auch uns.

Wir beten:
Himmlischer Vater, wir danken Dir von Herzen, dass Du uns Deinen Sohn als Retter der Welt als auch unseren Retter gesandt hast, so dass wir uns vor Schuld und Tod nicht mehr zu fürchten brauchen.
Wir danken Dir, dass Du weltweit Dir eine Kirche gesammelt hast, zu der wir nun auch gehören dürfen.
Wir bitten Dich, lass uns, unsere Nächsten, ja alle Menschen an Dich glauben und Dich anbeten.
Herr, gib Frieden dieser Welt – in der Ukraine, im nahen Osten und überall, wo sich Menschen bekriegen. Segne, die uns regieren, und lass sie erkennen, dass sie vor Dir Rechenschaft über ihr Tun abzulegen haben.
Sei bei unseren Lieben ebenso wie bei den Kranken und Traurigen, dass auch sie erkennen, dass Du in Deinem Sohn zu uns gekommen bist, um uns zu retten und uns in Dein Reich zu führen.

Gemeinsam beten wir:
Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Es segne uns behüte euch der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Es wünscht Ihnen einen gesegneten Sonntag
Prof. Dr. Karl-Hermann Kandler

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