Predigt zum Gottesdienst im Seniorenheim RIU am 4. Januar 2024

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Predigt zum Gottesdienst im Seniorenheim RIU am 4. Januar 2024

04.01.2024

zum Thema "Morgenstern" nach Offenbarung 22, 16; gehalten von Dompfarrer Dr. Gunnar Wiegand

Liebe Seniorinnen und Senioren, liebe Pflegerinnen und Pfleger, liebe Gemeinde,

erst kürzlich bin ich zusammen mit meiner Familie von einer Frau aus unserer Gemeinde eingeladen worden. Das war eine ganz besondere Einladung, nämlich Sterneanschauen über Freiberg. Sternegucken ist ihre Leidenschaft. Das macht sie mit einer Gruppe von Hobbyastronomen. Sie können sich vorstellen, wie ich mich über diese Einladung gefreut habe: Sterne über Freiberg. Wie herrlich! Wann haben Sie begeistert den Sternenhimmel angeschaut?

Sie kennen vermutlich alle einen solchen Stern… [ich zeige einen Herrnhuter Stern], den Herrnhuter Stern mit seinen vielen Zacken in alle Richtungen. Diese Herrnhuter hatten die Idee: ein leuchtender Stern für die Stuben der Menschen und natürlich für die Kirchen- und Gebetsräume. Vielleicht haben Sie ja auch so einen Stern bei sich im Zimmer. Doch warum sind eigentlich Sterne so wichtig in der Weihnachtszeit? Warum hängen wir sie in unsere Zimmer?

Das hat mit Jesus zu tun. Stellen Sie sich vor. Jesus ist ja – der Bibel nach – in den Himmel aufgefahren. Wie auch immer wir uns das vorstellen mögen. Jedenfalls war er nicht mehr auf der Welt. Die Leute glaubten, er sei nun bei Gottvater. Das glauben wir auch heute noch. Und wenn jemand weg ist – Sie kennen das – dann wird man oft wehmütig, traurig. Und nun sagt Jesus zu Johannes:

Ich bin der Spross aus der Wurzel Davids, sein Nachkomme. Ich bin der helle Morgenstern. (Offb 22,16 BB)

Stellen Sie sich vor: die waren tief traurig, dass Jesus weg war. Und dann sagt er: „Ich bin der helle Morgenstern. Ich da oben, bei Gottvater im Himmel.“ Da fängt es in meinem inneren zu leuchten an. Da ist dieser Stern, dieses Glitzern oder vielmehr warme Leuchten. Und wie viel schöner ist das doch, wenn wir so einen Morgenstern, die Venus, in Echt am klaren Winterhimmel leuchten sehen. Vielleicht am Horizont jenseits des Muldentals schon das erste blau-rot der Sonne, die dem Morgenstern folgt.

Es ist natürlich klar, dass der Morgenstern nicht wirklich Jesus ist. Der Morgenstern ist meistens der Planet Venus, der von der Sonne angestrahlt wird. Daher leuchtet er auch heller und deutlicher als die meisten anderen Sterne. Aber es ist, wie ich finde, ein ganz großartiger Vergleich, den Johannes macht: Jesus leuchtet für uns, er erscheint am Himmel und macht uns im Dunkeln unserer Gedanken ein Licht. Und gleichzeitig zeigt uns dieser Stern: bald ist es wieder hell, bald ist die Sonne da, der Tag; So, wie auf Jesus das Reich Gottes folgt, in aller Herrlichkeit.

Und somit wünsche ich Ihnen:

- Dass Sie am frühen Himmel einmal den Morgenstern erspähen.

- Dass Ihnen Jesus, das Jesus-Kind, leuchtet wie ein Stern.

- Dass Ihnen dieser Glaube an Jesus die Dunkelheit in ihrem Herzen vertreibt.

- Dass Ihnen Jesus zeigt: es geht weiter, der Morgen, das große Licht der Sonne naht.

Amen.

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